In dieser neuen Rubrik «Auf einen Kaffee mit...» porträtiert OEC ALUMNI UZH ihre Mitglieder und spricht mit ihnen über ihre Studienzeit sowie ihre persönlichen Erfahrungen aus dem Privat- und Berufsleben.

Vorschläge für zukünftige Mitgliederporträts sind willkommen unter info@oecalumni.ch.


Mark Schindler, 47

Arbeitgeber und Position:
LGT Bank (Schweiz) AG, Senior Investment Consultant Ultra High Net Worth Individuals

Abschluss/Jahr, Hauptfächer:
lic.oec.publ./2000, Banking & Finance
Dr.oec.publ./2005, Thema «Rumors in Financial Markets», Referent Prof. Dr. Thorsten Hens, Korreferent Prof. Dr. Ernst Fehr

LinkedIn Profil Mark Schindler


10 Fragen an Mark Schindler, Gründungsmitglied und erster Präsident der OEC ALUMNI UZH

BERUFLICHES:

Wie würdest du einem 5-jährigen Kind deinen Job / deine Tätigkeit in einem Satz beschreiben?
Ich helfe Menschen, dass sie ihr Geld nicht nur sparen, sondern es auch gut anlegen können, um damit etwas Sinnvolles zu machen.

Welches Ereignis hat dich am stärksten geprägt in deiner beruflichen Laufbahn?
Die globale Finanzkrise 2008. Dort hatte ich kurzfristig wirklich Angst, dass das gesamte Finanzsystem kollabiert. Ich war gerade in San Francisco auf Due Diligence Reise und habe Hedge Fund Manager besucht, als Lehman Brothers Konkurs anmelden musste. Es gibt gewisse Momente im Leben (wie z.B. 9/11), bei denen vergisst man nie wo man gewesen ist und was man gemacht hat als das Ereignis eintraf. Das war so ein Moment.

Wenn du die Macht hättest: Was würdest du am heutigen Wirtschaftssystem (oder allgemeiner: an der heutigen Gesellschaft) ändern?
Ehrlich gesagt nicht besonders viel: Auch wenn ich in der Geschichte sehr weit zurückblättere, habe ich bis jetzt noch kein Wirtschaftssystem gefunden, dass viel besser, als das jetzige funktioniert.


AUS DER STUDIENZEIT:

Welche Vorlesung oder welche/r ProfessorIn ist dir aus deiner Studienzeit besonders in Erinnerung geblieben – und warum?
Monetäre Ökonomik bei Prof. Dr. M. Janssen; keiner hat die Studenten so gefordert wie er. Er hat uns gezwungen tief in die Materie zu gehen, präzis zu argumentieren und die Theorie wirklich zu verstehen.

Was hast du aus deiner Studienzeit mitgenommen (fachlich und persönlich)?
Fachlich: Ungemein viel, v.a. auch, dass wir uns im Finance Bereich, was die Theorie- und Wissensvermittlung betrifft, im internationalen Vergleich überhaupt nicht verstecken müssen. Manchmal täte unseren Uni Zürich Studierenden noch ein wenig mehr Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten gut.
Persönlich: Ein wunderbarer Freundeskreis, der sich zum Glück bis heute erhalten hat, und natürlich viele persönliche Erlebnisse und Begegnungen. So werde ich z.B. nie vergessen, wie ich mit Urs Lehmann, dem heutigen Präsidenten von SwissSki, im Lichthof der Uni zusammen gejasst habe.

Welchen persönlichen Ratschlag hast du an die heutigen Studierenden?
Seid wissbegierig und ehrgeizig, steckt euch hohe Ziele, nutzt die Ausbildungsmöglichkeiten der Uni, baut euer Netzwerk auf und geniesst die Studienzeit.


PERSÖNLICHES:

Welches ist die beste Entscheidung, die du im Leben getroffen hast?
Meine Frau zu heiraten. Sie inspiriert mich jeden Tag wie ich ein noch besserer Mensch werden kann.

Welches war der beste Ratschlag, den dir jemand gegeben hat? Und warum?
Berufsbezogen: «Don’t fall in love with your investment»; Emotionen an den Finanzmärkten können blind machen und zu ganz schlechten Investitionsentscheidungen führen.
Persönlich: Lebe dein Leben, nicht was andere von dir erwarten; habe den Mut deine Gefühle auszudrücken; pflege deine Beziehungen und erlaube es dir, glücklich zu sein.

Wen würdest du gerne an der Hotel-Bar antreffen?
Roger Federer; das Lustige ist, dass ich ihn vor vielen Jahren effektiv einmal in einem Café angetroffen habe. Ich habe mich jedoch nicht getraut, ihn anzusprechen. Ich bereue es bis heute.


UND ZUM SCHLUSS:

Weshalb hast du im Januar 2008 den Alumniverein OEC ALUMNI UZH gegründet?
Ich wollte einerseits ein Ökonomen Alumni-Netzwerk aufbauen, das an der Uni Zürich noch völlig gefehlt hat, weil ich insbesondere den grossen Nutzen und ein riesiges Potential gesehen habe. Ich wollte der Uni auch etwas zurückgeben, da sie mir eine so wertvolle Ausbildung gegeben hat. Dafür bin ich ihr für immer dankbar.

Vorheriger Beitrag